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22.10.2017
Chronik

 

Am Karfreitag, dem 19. April 1946, trafen sich im Gasthaus "Willi Schneider" (später Hilpisch) etwa 20 fußballbegeisterte Bürger des damals rund 500 Seelen zählenden Unterwesterwalddorfes Simmern, gründeten einen Fußballverein und gaben ihm den Namen:
 

"Sportclub 1946 Simmern"


In dieser Versammlung wurde der Hauptinitiator der Vereinsgründung, Heinrich Fischer (verstorben 1982), zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Es ist bekannt, dass eine Anwesenheitsliste erstellt wurde. Leider konnte sie bisher nicht gefunden werden. Da auch nicht mehr alle Gründungsmitglieder in namentlicher Erinnerung sind, wird an dieser Stelle auf die Nennung einzelner Personen verzichtet.

Die Vereinsgründung ein Jahr nach Kriegsende war, wenn man das heute überhaupt noch beurteilen kann, eine beachtliche Leistung, die sehr viel Idealismus und Improvisationsgeschick erforderte. Mit ebenso viel Organisationstalent haben es die damaligen Verantwortlichen dennoch geschafft, einen geordneten Spielbetrieb aufzubauen und zu unterhalten. Man bedenke, dass es unter anderem weder Fußballschuhe noch sonstige Sportkleidung gab.

Bei der Vereinsgründung war in Simmern kein Gelände für die Austragung der Spiele vorhanden. Zwar hatte man in den vorangegangenen Kriegsjahren an der "Nonnheck" und auf der "Schwenk" mehr oder weniger aus Freude an der Sache und zum Zeitvertreib ein wenig "gebolzt"; ansonsten waren diese Flächen alles andere als Sportplätze, auf denen Meisterschaftsspiele hätten ausgetragen werden können.

Das heutige Sportplatzgelände wurde unmittelbar nach Vereinsgründung vom damaligen Revierförster aus dem Staatsforst den Fußballern zur Verfügung gestellt. Später hat die Gemeinde das Gelände im Tausch gegen sogenannte "Schulwiesen" - das waren Ländereien, deren Ertrag den Lehrern zugute kam - übernommen und so dem SC Simmern eine dauerhafte Bleibe verschafft.

In den Anfangsjahren hatte das Vereinsleben, beispielsweise das Zusammensein in einem Vereinslokal, einen weit höheren Stellenwert als heute. Und da hatten es die Fußballer nicht leicht gegenüber dem damals höher angesehenen Turnverein. Es gab immer wieder Reibereien, die schließlich dazu führten, dass im Jahre 1950 das Vereinslokal zu "Bäckersch" (heute "Zur Bauernschänke") verlegt wurde. Im Jahr 1952 haben sogar der Turnverein und der Sportclub jeweils eine Kirmesgesellschaft gebildet; deshalb gab es in dem Jahr auch zwei Kirmesbäume in Simmern.

An dieser Stelle darf nicht unerwähnt bleiben, dass der Spielbetrieb 1953 mangels einer ausreichenden Zahl an fußballinteressierten jungen Leuten eingestellt werden musste. Der Verein als solcher wurde aber nicht aufgelöst; es ruhte praktisch nur der aktive Sport. Im Jahre 1958 wurde auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Karl Lay wieder eine Fußballmannschaft gebildet und für die Saison 1958/59 in die Meisterschaftsrunde der B-Klasse Unterwesterwald gemeldet.

Mit der ersten Anlegung im Staatsforst hatte der Sportplatz bei weitem noch nicht die heutigen Maße. In der Länge dürften es noch nicht mal 70 Meter gewesen sein, in der Breite weit weniger als 50 Meter. Der heutige Zustand wurde erst mit mehreren Erweiterungsmaßnahmen erreicht.

Der erste Umbau fand im Jahre 1961 statt. Auf die heutige Größe, und damit auf die offiziellen Maße, wurde der Sportplatz erst unter Leitung von Arnold Christmann und mit Hilfe der Bundeswehr, die schwere Räumfahrzeuge zur Verfügung stellte, gebracht. Damals mussten die Simmerner Fußballer ihre Heimspiele eine Zeitlang auswärts austragen.

Zu dieser Zeit hat auch der erste Bauabschnitt der Umkleideräume am Sportplatz begonnen. Zum 25-jährigen Vereinsjubiläum - Mitte 1971 - standen die allerdings noch nicht ganz fertiggestellten Räumlichkeiten den Mannschaften zur Verfügung. Als zweiten Bauabschnitt kann man die 1983 unter Leitung von Georg Deurer begonnene Erweiterung bezeichnen. Nach rund zweijähriger Bauzeit - alles im wesentlichen durch Eigenleistung erstellt - wurde die Einrichtung Mitte 1985 seiner Bestimmung übergeben. Auf dieses "Häuschen", wie es sich heute den Sportsfreunden präsentiert, kann der Verein mit Recht stolz sein.

Aus der B-Klasse stieg der SC Simmern in der Saison 1962/63 in die A-Klasse Unterwesterwald auf. Die Saison 1970/71 brachte einen weiteren Aufstieg in die 1. Kreisklasse Westerwald/Wied. Im Spieljahr 1978/79 wurde der SC Simmern Staffelsieger und gleichzeitig in die Kreisklasse A Koblenz aufgenommen.

Seit 1988 ging es leider mit der Fußballabteilung bergab. Die 2. Mannschaft, die zuletzt in einer Spielgemeinschaft mit Kadenbach in der Reserveklasse spielte, musste mangels Masse aufgelöst werden. Die erste Mannschaft stieg seit 1989 kontinuierlich Jahr für Jahr ab, bis hin zur D-Klasse. Im Jubiläumsjahr 1996 stehen jedoch die Wiederaufstiegschancen zur C-Klasse gut.

In der gleichen Zeit entwickelte sich jedoch der Sportverein, der bis dahin fast ein reiner Fußballverein war, zu einem Breitensportverein. Bis dahin gab es neben Fußball seit 1971 nur die Damen-Volleyball-Gruppe.

1988 gründeten sich eine Damengymnastikgruppe und eine Aerobic-Gruppe. 1993 kam noch eine Mutter und Kind Gymnastikgruppe und was vielleicht einmalig in einem Sportverein ist, 1994 eine Knobelgruppe hinzu.

Diese Entwicklung ist wohl sehr viel dem 1987 eingeweihten neuem Dorfgemeinschaftshaus "Haus Siebenborn" zu verdanken. Mit ca. 280 Mitgliedern ist der SC Simmern zwischenzeitlich der größte Verein im Dorf.

Seit dem Jahr 1971 gibt es ein Fußballfest besonderer Art, nämlich das "Simmerner Ortsvereinsturnier", das jeweils am Himmelfahrtstag ausgetragen wird. An diesem Turnier können alle Simmerner Vereine, also auch die "Nichtfußballer", teilnehmen. Dieses Turnier bringt allen Beteiligten und auch den Zuschauern viel Freude.

 

 
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